‘Want to try dying this once?’ – Ne, danke..

地獄少女 / Jigoku Shoujo. Hell Girl nennt sich dieser Anime auf Englisch und lässt sich in’s Mystery/Horror-Genre einordnen. Einige werden wohl davon gehört haben, da die dritte Staffel angekündigt wurde und ein Trailer bereits released ist.
Naja gut, hat mich vom Titel her, als ich ihn das erste mal gelesen habe, schon bisschen an Hell Boy erinnert, aber das AniDB-Rating war noch in Ordnung, genauso wie die User-Reviews auf MyAnimeList. Außerdem werden die wohl nicht umsonst eine dritte Staffel produzieren. Kann also nicht so schlecht sein.

Jigoku Shoujo handelt von einem Mädchen, die mit einigen Helfern eine (ich sag mal) “Internet-Dienstleistung” anbietet, die nur um Mitternacht erreichbar ist. Diese sog. Jigoku Tsushin (Hell Correspondance) kann benutzt werden, um die Person, die einem Schaden zugefügt hat, in die Hölle zu schicken; als Racheakt sozusagen. Als Gegenleistung muss man – man ahnt es schon – selber in die Hölle nach dem Tod.
Ich hab bis jetzt nur die ersten 3 Folgen geguckt und frage mich ernsthaft, wie die es hinbekommen haben, 2 weitere Staffeln zu produzieren. Überzeugt hat mich es noch nicht.
Im Grunde scheint es in jeder Episode um eine Person zu gehen, die von einer anderen Person belästigt wird.
So bekommt z.B. in der ersten Folge die Klassensprecherin die Verantwortung sich um das Geld, was die Klasse gesammelt, zu kümmern (ich meine es wäre für eine Wohltätigkeitsveranstaltung… habs vergessen ^^). Natürlich “verliert” sie es und die böse Mitschülerinnen, die es “zufälligerweise” erfahren, erpressen sie, den Verlust des Geldes der Klasse mitzuteilen, wenn sie nicht tut was sie verlangen.

Oder in der zweiten Episode, in der ein Mädchen bereits seit einem Jahr von einem Stalker belästigt wird. Umziehen hilft nichts und die Identifizierung des Übeltäters geht nur schleppend vorran, denn wie sich herausstellt ist der Stalker der ermittelnde Polizist selbst.

Je länger ich die Serie geschaut habe, desto lächerlicher erschienen mir die Szenarios. Beispielsweise wird in Episode 3 ein Baseballspieler von seinem Senpai, der ebenfalls Basespiel spielt und auf den es die Talent-Scouts abgesehen haben, in den Bauch geschlagen. Warum auch immer, denkt man sich als erstes. Später weiß man, dass er einfach keine Lust hat, im kommenden Turnier zu spielen.
Warum es dann hilft, einen Teamkollegen zu hauen sei jetzt mal dahingestellt.

Es geht ja aber auch noch weiter, denn das Opfer stirbt wenige Tage später und natürlich zeigen alle Finger auf den Freund, der ihn nach Hause geholfen hat und jetzt den Sündenbock spielt.
Also da hat’s echt für mich aufgehört. <.<
Zunächst einmal, ist es ja wohl mal mehr als lächerlich, dass man Tage später an einem Schlag in den Bauch stirbt. Zugegeben, es wurd ein Baseballschläger benutzt, aber schonmal was von KRANKENHAUS gehört?
Das Verhalten der Charaktäre ist auch sowas von unrealistisch: Statt bei der Trauerfeier den wahren Mörder zu entlarven flüchtet der Freund, als man ihn verdächtigt. Sogar die Mutter des Verstorbenen verdächtigt ihn, obwohl ihr Sohn vor seinem Tod versichert hat, dass sein Freund unschuldig ist. Der Verdacht wird auch von allen anderen als Wahr empfunden, ohne ihm die Chance zu geben, sich zu verteidigen, was ihn eben dazu bringt, auf die Dienstleistung der Jigoku Shoujo zurückzugreifen.
Ich kann zwar nur von den ersten 3 Folgen beurteilen, aber die Handlung hat in jeder Episode irgendwie das gleiche Muster.
Es fängt mit der Einführung des Opfers an, der das Höllenmädchen um Hilfe bitten wird, und wie es von ihrem Schänder belästigt wird. Irgendwann ist schließlich das Limit erreicht, in der es nicht mehr erträglich ist und man schreibt den Namen des Peinigers in’s Formular was auf der Webseite der Hell Correspondance zu finden ist.
Kurze Zeit später erhält man – mysteriös – die Bestätigung als SMS auf’s Handy (obwohl man ja nicht mal die eigene Handy-Nummer angegeben hat) oder Hell Girl (namentlich Enma Ai) steht direkt hinter einem.

Sie gibt einem schließlich eine Puppe (Die mich an Voodoo-Puppen erinnert. Für die GuildWars-Spieler hat sie Ähnlichkeit mit dem Stroh-Bildnis.
) mit einem roten Faden um den Hals, den man entfernen muss, wenn man die Person wirklich in die Hölle schicken will.
Bis jetzt hat sich da noch niemand umentschieden …
Wie nun die einzelnen Charaktäre in die Hölle geschifft werden ist widerum von Situation zu Situation anders. Es wird hier – mehr oder weniger spannend – der Horror-Inhalt gezeigt, was die Serie verspricht.

Dies ist der Aufgabenteil der Helfer von Enma Ai, die ich weiter oben kurz erwähnt hab. Viel erfährt man noch nicht von ihnen, sie versuchen nur der für die Hölle angemeldeten Person ein Geständnis zu entlocken und rufen dann Enma, die sie mit den Worten ‘Want to try dying this once?‘ in einem Boot auf einem nebeligen Fluss in die Hölle fährt.

Es scheint wirklich so sein, dass dieses Muster in den anderen 23 Folgen ebenfalls angewendet wird. Ich hoffe nicht, denn mir war bei der dritten Folge schon langweilig. Es muss doch irgendwas gescheites kommen, anders kann ich mir die 2 Sequels nicht erklären.
Jigoku Shoujo hat durchaus seinen Charm mit ganz gut gemachten Szenen. Doch das mysteriöse Flair um Enma Ai verfliegt nach einer Weile, da einfach nicht mehr auf sie eingegangen wird.

Ein großer Mystery-Faktor geht auch dabei verloren, wie die Opfer von der Webseite erfahren. Bei zwei Fällen erfuhren sie es “ganz zufällig” von anderen, die sich in der Nähe darüber unterhalten haben. Bei einem Fall war die Seite bereits bekannt.
Ich finde, man hätte da definitiv mehr draus machen können.
Ich bin wirklich enttäuscht von Hell Girl, ich habe wirklich mehr von dem Anime erwartet. Momentan sieht es für mich so aus, als ob es 26 Füller-Episoden sind, ohne wirkliche Handlung.
Vielleicht hätte ich noch ein paar Folgen warten sollen, bevor ich es hier blogge, aber es kann doch trotzdem nicht angehen, dass man so lange gucken muss, bis der eigentlich Plot richtig beginnt, zumal die anfänglichen Episoden auch nicht wirklich so berauschend sind und alles eher gleich aussieht.
Deswegen kann ich da getrost antworten: ‘Want to try dying this once?’ – Ne, danke..
Später vielleicht, jetzt aufjedenfall noch nicht.
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3 Antworten zu “‘Want to try dying this once?’ – Ne, danke..”
alteropa
Lächerlich? Für dich und mich als Europäer mögen einige der Szenarien tatsächlich ein wenig befremdlich wirken jedoch versuche dich an dieser Stelle in die japanische Kultur hineinzuversetzen
Zum Beispiel die erste Folge. Wenn jemand Geld aufbewahren soll und es dann weg ist (egal wie) ist er/sie selbst dran Schuld. Dritte Folge. Es gibt in Japan ein Verhältnis von Senpai (älter) zu Kohai (jünger) und dann hat man sich als der jüngere mehr oder weniger zu unterwerfen.
Das das alles heute nicht mehr so ganz stimmt mag sein aber genau das macht diese Serie erst aus. Wenn man sich, wenn auch nur zum Teil, in diese Welt hineinversetzten kann, kann man mit der Serie (so wie ich) zwei Staffeln lang Spaß haben. Das Ende der zweiten Staffel stell im übrigen einen Höhepunkt dar wobei die zweite Staffel eher der Tiefpunkt ist. (wegen einmischen und so)
Jigoku Shoujo ist mit keinem anderen Anime zu vergleichen aber dennoch definitiv zu empfehlen. Und wer nicht genug bekommt für den gibt auch eine Live Action Serie.
Zidizei
Ich denke das Problem liegt hier nicht an der japanischen Kultur, weswegen Jigoku Shoujo für mich noch nicht ansprechend genug ist. Anime ist ein Teil der japanischen Kultur, wer sich damit beschäftigt, sollte auch in der Lage sein, andere kulturellen Ansichten des Landes zu verstehen oder wenigstens es zu versuchen bzw. zu tolerieren.
Wer das nicht machen will, sollte sich ein anderes Hobby suchen.
Die ersten beiden Folgen waren für mich noch in Ordnung. Das Verhältnis zwischen Senpai und Kohai ist mir auch wohl bekannt, aber dies habe ich auch nicht als lächerlich empfunden. Vielmehr waren es die Handlungen der Charaktäre, die für mich unrealistisch und eben lächerlich erschienen. Lächerlich in Hinsicht darauf, dass dem Protagonisten möglichst viele Probleme bereitet werden, damit er psychisch soweit ist, um Enma Ai herbeizurufen und auch die Gegenleistung dafür zu akzeptieren.
Und in der dritten Folgen fand ich zwei Dinge unrealistisch:
Das Verhalten des Protagonisten – wieso hat er nicht versucht, seine Unschuld zu beweisen satt sich in Schuldgefühlen zu quälen, die ihm von anderen aufgedrückt wurden? Stattdessen rennt er ja noch von der Polizei weg.
Und das Verhalten der anderen – wieso ist jeder überhaupt so felsenfest davon überzeugt, dass er seinen eigenen Freund umgebracht hat? Beste Beispiel war ja die Mutter des toten Freundes. Sie glaubt also weniger ihrem eigenen Sohn als… ja, was spricht denn dafür, dass der Protagonist verantwortlich ist?
Zusätzlich hat die Serie eben hier und da noch kleine Schwächen, die mir aufgefallen sind und die mich persönlich eben etwas stören.
Aber hey, … ich hab erst 3 Folgen geguckt, gib mir doch noch ne Chance. ^^ Das ist ja noch gar nicht mein abschließendes Urteil, später kommt dann noch ein ergänzender Blogpost zu Hell Girl dazu, wenn ich weiter in der Serie bin
alteropa
So betrachtet mag es tatsächlich ein wenig unrealistisch wirken. Warum genau er sich nicht stellt usw. weis wohl keiner aber er ist wahrlich nicht der einigste. Es gibt aber im weiteren Verlauf tatsächlich bessere Geschichten die so passiert sein können. Im groben und ganzen muss man sich mit dem “nichts tun” einiger Protagonisten wohl zu frieden geben und diesen Faktor einfach ausblenden.
Ein abschließender Post zu Hell Girl? Ich bin dabei.
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