Eve no Jikan: Android Café

イヴの時間 / Eve no Jikan. Time of Eve lautet der englische Titel dieses Anime ONAs der aus bescheidenen 6 Episoden besteht, die jeweils auch noch bescheidenere 15 Minuten lang sind. Doch spätestens nach REC (9 Episoden à 12 Minuten) weiß man, dass Episoden-Anzahl und deren Länge nicht ausschlaggebend für eine unterhaltsame Serie sind. Und auch dieser Anime-Quicky scheint da nicht zu enttäuschen.
Der technologische Fortschritt hat ein Level erreicht, in der es möglich ist, sog. Androiden zu konstruieren, Maschinen, ausgestattet mit künstlicher Intelligenz und menschlichem Erscheinungsbild. Die Welt mittlerweile diese Technologie in ihrer Gesellschaft integriert, so befinden sich nun in den Straßen Androiden als Haushaltsgehilfe, Assistenten, Arbeiter usw. unter den Menschen, lediglich ein Hologramm-Ring über ihren Köpfen kennzeichnet sie als Roboter.

Wie zu erwarten wirft diese neuste Errungenschaft (wie viele andere) auch neue soziale und ethische Fragen auf. So sieht man am Anfang auch gleich einen Werbespot des Ethic’s Commitee, der den Einsatz von Androiden in der landwirtschaftlichen Produktion hinterfragt. “Would you eat a tomato created by machines?” wird im Spot gefragt, im Hintergrund zu sehen eine Maschinenhand die eine Tomate hochhebt und dabei Drähte und Zahnräder aus ihr herausquetscht. “In such an age, treasure warmth.“, lautet die Antwort und die selbe Tomate wird sanft mit Menschenhänden hingelegt.
Sozial stehen die Androiden in keiner Weise bei den Menschen, dennoch kommt es vor, dass Menschen einen zu menschen-ähnlichen Kontakt mit ihnen haben. Sie werden von der allgemeinen Gesellschaft als dori-kei bezeichnet (Dolly-Style in Englisch).

In der ersten Folge geht es um den Schüler Rikuo, der im Log der Haushaltsgehilfin merkwürdige Aufenthaltskoordinaten gefunden hat. Nach der Schule möchte er die Sache mit seinem Freund Masaki nachforschen und verfolgt den Weg zurück. Die Verfolgung endet schließlich in einer abgelegenen Gasse vor einer Metalltür, hinter ihr verborgen ein Café, das Eve no Jikan.


Undzwar ein ganz besonderes Café denn im Inneren, gleich am Eingang, hängt ein großes Schild: “In this shop, there is no discrimination between humans and androids“. Dementsprechend haben Androiden dort auch keinen Ring über ihren Köpfen, was jedoch nicht den Regelungen entspricht und illegal ist. Aber bevor Rikuo und Masaki gehen können, werden sie von der Kellnerin begrüßt und bekommen einen Platz zugewiesen.


Also nehmen die beiden Platz und sehen in die Runde: Es sind andere Besucher anwesend und Rikuo bekommt und ungutes Gefühl, schließlich ist es nun nichtmehr möglich, Menschen von Robotern zu unterscheiden. In dem Moment gesellt sich ein Mädchen zu ihnen.


Voller Energie redet sie los, erzählt kurz etwas über die anwesenden Besucher und führt ein wenig Smalltalk mit Rikuo und Masaki. Sie stellt sich selber als Akiko vor (was den Titel dieser Episode gibt) und sieht Menschen und Androiden gleich an und möchte dementsprechend auch so handeln, weiß aber, dass im sie Inneren keine Gemeinsamkeit haben und generell komplett verschieden sind.

Diese Begegnung mit einer für Rikuo offensichtlichen dori-kei kommt ihm am nächsten Tag nicht aus dem Kopf. Er denkt an ihre Worte, wie sie Menschen und Maschinen sieht und mit ihnen umgeht, doch gegen Ende der Episode kommen sie dem Verständnis von dori-kei bzw. dori-kei ansich unbewusst ein Stück näher…
Fazit
Das SciFi-Thema Androiden und Roboter in der Gesellschaft, künstliche Intelligenz ist keineswegs neu und originell, denkt man an Filme wie iRobot. Doch Eve no Jikan rückt dieses Thema in ein komplett anderes Licht. Es behandelt die sozialen Effekte solch einer Welt aus der Sicht eines normalen Menschen und wie er in dieser Welt lebt und zurecht kommt.

Ein Jammer, dass die Serie lediglich 6 Episoden hat und dann auch noch mit einer jeweiligen Länge von 15 Minuten, was besonders schade ist denn diese Zeitspanne reicht bei weitem nicht, um sich von der eindrucksvollen Animation mit ihren Details und Lichteffekten satt zu sehen. Von der Qualität her vergleichbaren wären mir da nur die Arbeiten von Makoto Shinkai bekannt, nämlich Byousoku 5 Centimeter und Hoshi no Koe, um mal zwei zu nennen (über die beiden OAVs werd ich evtl. auch mal was bloggen
).

Übrigens gibt es vom gleichen Produzenten ein OAV mit ähnlichem Inhalt. Mizu no Kotoba heißt es und spielt (laut anidb.net) im gleichen Setting. Es ist ein Ein-Teiler und mit 9 Minuten Länge wohl wirklich ein Quick-Quicky unter den Animes.
Screenshots
Ähnliche Beiträge
- Dieser Artikel hat keine Freunde...























Hinterlasse eine Antwort